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Besiedlungszug 2006

Logo der Compagnia Cultura

Zeichnung: Ralf Zwettler


Seid gegrüßt, edle Recken und holde Jungfrauen!
hier findet Ihr gar allerlei Nachricht zum gar vortrefflichen Spectaculum am 25. Tage des Mayen Anno Domini 2006 von Burgheim* gen Adventon! Mit Narretey und Gaudium durch die Compagnia Cultura, der sich über zwei Dutzend mutiger und entschlossener Zeitreisender angeschlossen hatten.

Ihr seid ein wenig erstaunt ob des gar ungewöhnlichen Sprachgebrauchs? Nun denn, so leset hier, was es damit auf sich hat.

Michael von Crana **
- Seelenfänger -


Im Jahr 2006 feierte Osterburken 650 Jahre Stadt. Besonders hervorzuheben bei den zahlreichen Jubiläumsfeierlichkeiten war dabei der Mittelalterliche Besiedlungszug am 25. Mai 2006. An jenem Vormittag zogen viele Gruppierungen in unterschiedlichen Gewandungen, welche die verschiedenen Epochen der Geschichte Osterburkens darstellen, in einem großen Zug durch die Stadt und schließlich zum Histotainment-Park Adventon an der Marienhöhe, wo im Anschluss ein historisches Spektakel mit Ritterturnier auf die "Siedler" wartete. Die Kulturkommode hat ebenfalls mit einer stattlichen Anzahl mittelalterlicher Musikanten- und Gaukler als Compagnia Cultura teilgenommen.


Kurz vor dem Besiedlungszug ...


Wir wollten in möglichst authentischer mittelalterliche Gewandung (also keine reine Faschingsverkleidung!) mit Bezug auf unser Thema "Musikanten und Gaukler" auftreten, was uns auch sehr gut gelungen ist, wie bereits einige Impressionen von unserem Vortreffen am 19. März 2006 gut beweisen.

Besonders schön war es, dass wir mit der Gruppe Dudelquetsch Freunde fanden, die mit historischen Instrumente (Schalmei, Drehleier, Sackpfeife etc.) gemeinsam mit uns spielten und jonglierten, sogar ein kleines eigenes Programm auf die Beine stellten, was wir dann in Adventon zum Besten gaben.

Und damit der Aufwand mit den Gewandungen nicht ganz umsonst war, hatten wir ja noch unsere eigene Veranstaltung am 17. Juni 2006 unter dem vielversprechenden Titel "Schlemmerey mit Narretey".

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Michael von Crana

* Osterburken im Mittelalter: im 8. und 9. Jhd. ist der Name Burgheim belegt, was soviel bedeutet wie Wohnstätte bei einer Burg (Römerkastell). Nach 1300 haben sich die Namen "Osterburchheim" (Oster für Osten zur Abgrenzung von Neckarburken, welches ebenfalls Kastellort war) und als Kurzform "Burcken" ebenfalls durchgesetzt. Da Kaiser Karl IV. in der Urkunde zur Erteilung des Marktrechts vom 09.01.1356 jedoch von Burgheim spricht, werden wir uns an diesen Namen halten.

Und wer es gerne mystisch hat: In der Nähe rund um Osterburken gab es noch drei weitere Siedlungen, die jedoch von den Bewohnern im Mittelalter aufgegeben wurden: bis Anfang 13. Jhd. "Kroenwinkel" unterhalb von Hemsbach. Zwischen Rosenberg und Osterburken im Kirnautal gab es "Gies". "Huchelsdorf" bzw. "Hügelsdorf" lag unterhalb von Osterburken am südlichen Talrand. Gies und Huchelsdorf wurden 1463 in der Mainzer Stiftsfehde "durch Brand und Verheerung vernichtet..." (siehe auch "Geschichte der Stadt Osterburken" von Dr. Elmar Weiß und Dr. Helmut Neumaier, Kapitel "Ortsnamen").

** Zur persönlichen Namensgebung im Mittelalter: Das "von" vor einem Familiennamen muss nicht zwangsläufig auf eine adlige Herkunft hindeuten. Im Grunde genommen ist es nur eine Herkunftsbezeichnung, lässt also Rückschlüsse auf die ursprüngliche Heimat der Familie zu. Im Mittelalter benannten sich die Adligen meist nach ihrer Burg oder ihrem Gut. Bei einem Orts- oder Besitzwechsel wechselte man auch den Namen, oder hängte den neuen Besitz als Zusatz an (z.B.: von Stein zum Altenstein).

Nun denn: Woher kommt also Michael von Crana? Richtig, aus Crana, dem heutigen Kronach in Oberfranken, dem Geburtsort des Kulturkommode-Vorsitzenden, ebenso wie der berühmte Maler Lucas Cranach d.Ä., der Weggefährte Martin Luthers. Während seiner über 1000-jährigen Geschichte wurden Kronach und seine Festung von keinem Gegner erobert, ein gesunder Grund für eine persönliche Namensgebung im Mittelalter.