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Waschkraft

am 12.04.2008 in der Aula des GTO

Waschkraft - A-Capella im GTO

Dass die A-cappella-Konzerte der Kulturkommode Osterburken und der SMV des Ganztagesgymnasiums stets eine Mischung aus hervorragend mundgemachter Musik und bester Unterhaltung versprechen, wissen die zahlreichen Fans, die seit Jahren zu diesen Anlässen in die GTO-Aula strömen. Das Konzert von "Waschkraft" jedoch war für die Zuhörer ein besonderes Vergnügen. Nicht umsonst haben die vier Jungs aus Düsseldorf und Duisburg die "St. Ingberter Pfanne", einer von Deutschlands renommiertesten Kleinkunstpreisen gewonnen, denn "Waschkraft" ist ein Ensemble, dessen besonderes Talent im grotesken Missverhältnis zwischen Form und Inhalt liegt.


Peter auf Partnersuche

So nett sie in ihren schick-gestreiften Anzügen aussehen, so humorvoll und zuweilen bitterböse sind die Texte, die sie mit größtenteils eigenen Kompositionen unterlegen. Wenn ein vertextetes Franz-Schubert-Lied in lieblicher Art von einem Meuchelmord erzählt, sind die Lacher natürlich vorprogrammiert. Es waren die immer wieder überraschenden Verstöße gegen Erwartungen, die das Publikum begeisterten. Wenn das Quartett beispielsweise singt: "Sie hat die Koffer vor die Tür gestellt", meint es damit nicht etwa eine verflossene Lebensgefährtin, sondern schlicht und einfach Mama, die ihren erwachsenen Sohn vor die Tür gesetzt hatte. Der derart Verstoßene wusste sich allerdings zum großen Vergnügen der Anwesenden zu helfen, indem er kurzerhand eine Zuhörerin bat, ihn doch mit nach Hause zu nehmen - der so frei gewordene Partner könne von "Waschkraft" durchaus weitervermittelt werden.



Überhaupt waren die komödiantischen Einlagen, Ausbrüche spontanchoreographischer Subtilität und die witzig-charmanten Zwischenmoderationen das Sahnehäubchen auf einem A-cappella-Abend, bei dem die Texte von Peter Philipp und Peter Mosleners Kompositionen und Arrangements stets gesanglich perfekt dargeboten wurden.
So sangen die beiden Peters, Ansgar Machalicky und Immo Blumhoff beispielsweise von kulinarischen Orgien in Paris und von den kleinen Dingen, über die sonst nie Lieder geschrieben werden. Bei "Ein Sack und drei Pfeifen" gaben die vier auf der Bühne musikalisch und optisch einen menschlichen Dudelsack und beim umgetexteten "Ring of fire" erfuhr das Publikum, warum die Jungs A-cappella-Musik machen: Instrumente sind einfach zu teuer. Auch eine koreanische Gebrauchs-Anweisung in der deutschen Übersetzung eines Dänen mit portugiesischer Mutter setzen sie gekonnt in Töne um – und nicht zu vergessen natürlich der berüchtigte Folklore-Block! Selbst den Heavy-Metal-Bands hat das Quartett mit "Böse" eine Hymne geschrieben, in dem vom wummernden Bass bis zum schreienden Gitarrensolo nur mit den Stimmen auf der Bühne alles selbst produziert wurde, was ebenso beeindruckte wie der "Sommerhit", dessen aberwitzige Choreographie auch im Sitzen getanzt werden kann.


Ansgar, Immo, Pedda und Peter oder einfach kurz: Waschkraft


Quer durch alle Musikstile lieferte das Ensemble vokale Kabinettstückchen in einem unterhaltsamen Konzert, das wie im Flug verging. Nach dem Zugabenteil wurde "Waschkraft" von den restlos begeisterten Osterburkener Zuhörern mit frenetischem Beifall verabschiedet, was sie dem Prädikat "Publikum des Monats" gewiss ein Stück näher brachte.


Auszugsmarsch...


Text: Martin Hammer
Photos: Michael Pohl



P.S.: Noch mehr vom Waschkraftauftritt in Osterburken finden Sie auf der Homepage der vier Jungens: www.waschkraft.com. Dort mal unter der Rubrik "Publikum des Monats" blättern...