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McCalmans

am 21.04.2005 in der Alten Schule

McCalmans A-Cappella

Eine unterhaltsame Mischung aus Folk-Konzert und Kabarett-Abend erlebten die Besucher der Kulturkommode Osterburken mit der schottischen Folkband McCalmans, die bereits zum dritten Mal auf Einladung des Bauländer Vereins in der Gegend spielten.
Dass die McCalmans bereits die Herzen vieler Fans in der Region gewonnen haben, wurde beim Publikum am Donnerstag deutlich, das zu einem beachtlichen Teil aus Zuhörern bestand, die die McCalmans bereits schätzen gelernt haben. Sogar einen Fanclub aus Höpfingen gibt es, der reichlich vertreten war.

Die Macs in der Alten Schule

Gefühlvoll, humorvoll, aber auch sozialkritisch unterhielten Ian McCalman, Nick Keir und Stephen Quigg die Zuhörer in der Alten Schule und wussten zu jedem ihrer Songs eine Geschichte zu erzählen. Mit mehreren A Capellas zeigten sie zudem, dass sie nicht nur musikalisch, sondern auch stimmlich im schottischen Folk zu den bestens etablierten Bands zählen.

Seit vierzig Jahren gibt es die McCalmans nun, doch das Publikum merkte ihnen an, dass sie noch genauso frisch klingen wie in den 60ern - und das trotz über 18 verkauften CDs. Zeitgenössische Lieder und schottische Traditionals standen neben Liebesliedern und Politsongs auf dem Programm, wobei die "Macs" oftmals dreistimmig sangen.

Ian McCalman, Nick Keir und Stephen Quigg


Und vor allem anderen lieben sie es, sich auf der Bühne selbst aufs Korn zu nehmen: Die drei Musiker ließen sich beispielsweise über den Sinn und Unsinn von Liedern über Elefantentrommeln und Banjos aus, um dann kurz darauf ein eben solches zu spielen und das Publikum zu massakrieren, wie es im Refrain hieß. Ruhige Songs wechselten sich mit fetzigen ab, wobei Nick Keir immer wieder auch zur Mundharmonika und einer Art "Dudel ohne Sack", wie er meinte, griff - natürlich war es eine Flöte.

Die McCalmans


Typisch britischer Humor und Situationskomik waren es, die die Zuschauer zum Lachen brachten, ehe auch ernstere Themen, z.B. die Bush-Blair-Achse, angesprochen wurden. Politisch wurde es auch in "Weapons of Mass Destruction", wo die Band nach den angeblichen Massenvernichtungswaffen der Iraker suchte und genau wie die Welt nach dem Irakkrieg keine solchen fand. Auch Differenzen zwischen England und Schottland wurden lyrisch und musikalisch verarbeitet und die Musiker wünschten sich mehr Entspannung in den Beziehungen von Nachbarländern zueinander.

Gesanglich schönste schottische Liebesballaden gehörten ebenso zum Repertoire wie Instrumentalstücke, denn, so die "Macs" selbstironisch, in Schottland gebe es sehr oft unerwiderte Liebe. In "Woman of Dundee" war die Industrialisierung Thema, in der die Frauen mit Großfamilien und Fabrikarbeit oftmals doppelt hart arbeiten mussten. In einem Song ging es um die Frage, wann jemand schön genannt wird und wann nicht. Am Ende gaben die McCalmans nach drei Zugaben die Gewissheit, dass die Kulturkommode wieder einmal einen Volltreffer mit der Auswahl ihres Programms gelandet hatte.

Text: Julien Christof
Fotos: Michael Pohl